Herzlich Willkommen in meinem Reisetagebuch

Schön, daß Du Dich für meine Reisen interessierst!
Lass Dich in meine derzeitige Welt entführen !
Ich bin überall zwischen Undingen, Reutlingen und Vladiwostok zuhause. Geniesse die Freiheit mit mir und erlebe ein bißchen Abenteuer mit!

Du willst wissen, wo ich bin? Komm mit - ich zeig's Dir: Reiseroute

110.-111.Tag, 26. & 27.08.08











Urlaub in Vladivostok

In den letzten 2 Tagen kommen bei uns die Anstrengungen der letzten Wochen erst richtig raus. Wir sind ziemlich muede und schlapp obwohl wir uns echt ausruhen.
Hier in der Box, wie die Vorgaenger, von denen es wirklich Viele gibt, und wir unsere Unterkunft bei den Iron Tigers hier nennen, ist Erholung pur. Motorrad-sound von morgens bis Abends, fast kein Tageslicht und wir wissen nie wieviel Uhr es ist. Dazu immer lockere Leute um uns herum.Herrlich, fuer den Abschluss bevor wir mit der transsibirischen Eisenbahn 7 Tage lang wieder in die fast europaeische Zivilisation Moskaus zurueck transportiert werden. Der Name Box kommt von den Reisenden, die hier bereits vor uns gehaust haben. und hat mit der Bauart und der Tatsache zu tun, dass man eben abgeschottet wie in einer Box wohnt.
Viele der Leute, die wir bereits unterwegs getroffen haben und auch viele aus Buechern und Berichten bekannte Reisende, haben bereits hier gewohnt.
200 m weiter ist sogar eine Banja (Badeanstalt mit Sauna) fuer die wir jedoch noch keine Zeit hatten.
Unsere Motorraeder haben wir gestern zum Transportr mit der Transsib uebergeben, die werden jetzt mit Allem was wir im Zug nicht brauchen, in Kisten verpackt und in Moskau koennen wir sie hoffentlich wieder abholen. Natuerlich waren unsere Tanks fast voll und der Sprit musste erstmal raus.Naja, was will man machen, umsonst getankt.
Ohne die Hilfe von Max, einem der Mitglieder der Iron Tigers und einem der Besitzer des Motorradladens in dem wir leben, waere es fuer uns fast unmoeglich gewesen, die Bikes zu verschicken.

Jedenfalls sind wir jetzt frei von jedem Besitz und koennen ohne Anspannung fuer 10 Rubel mit dem Bus in die Stadt fahren. schoenes freies Leben.
In den letzten Tagen haben wir uns immer wieder ueber die Preise fuer uns fuer die Transsib informiert und dabei rausgefunden, dass August Hochsaison ist und wir bei Tickets fuer September bis zu 50 % sparen. Nun haben wir Tickets fuer den 02.09.08 gebucht und auf dem Ticket steht die Zeit 20:16 Uhr. Nun gibt es dabei einen kleinen Haken. Die Abfahrtszeiten der Transsib sind immer in Moskau-zeit angegeben und das bedeutet, dass wir 7 Std spaeter wegfahren, also 03.09.08 03:16 Uhr !!! sehr unchristliche Zeit muss ich sagen. :-)
Seit heute regnet es und das sind wir ja nicht mehr gewoehnt. Aber in unserer Box ist es trocken.
Gestern haben wir Chris, einen der Australier wieder getroffen und haben ihn hier gleich zum schlafen in die Box eingeladen, bis jetzt hat er fuer ein 2.klassiges Hotel 80 $ pro Nacht ausgegeben.
Nun haben wir also noch lustigere Zeiten hier und die 2 restlichen Australier, Ron und Niva werden uebermorgen auch hier sein. Dann sind wir wieder komplett.
Im Moment sind ein paar Club-mitglieder hier und hier ist die Hoelle los.
Wir sind bereits wieder fleissig am Adressen in Moskau und St.Petersburg sammeln von Leuten, die uns dann dort wieder helfen koennten. Aus Toms Federgabel drueckt Oel raus und tropft auf die Bremse, was wir dann in Moskau reparieren muessen, bevor wir vollends heim fahren.

109.Tag, So, 24.08.08



Ruhetag in Vladivostok und die Entscheidung

Wir haben heute einen ersten wohlverdienten Ruhetag verbracht.
Ich hab meine Waesche gewaschen, hatte naemlich jetzt wirklich nix mehr anzuziehen. :-)
Ansonsten sind wir den ganzen Tag im Clubhaus geblieben, haben Euch neue Geschichten geschrieben und den Tag bei intensiven Gespraechen ueber unser Japan-vorhaben an uns vorbei ziehen lassen.
Um 15:00 war aus mit der Ruhe, denn Motorraeder fuhren vor und wir wurden auf eine Ausfahrt an den Strand eingeladen. Der Strand am japanischen Meer ist von der Stadt 30 km entfernt und mit dem dementsprechenden Tempo zwischen den Autos durch und der Clubmeute her in 15 min zu machen.
Dann standen wir mit offenen Muendern da. Das japanische Meer, ein Strand wie in Florida und natuerlich war ich 5 min spaeter im Wasser. Herrlich! Das Beste daran ist, dass diese Bucht im Winter zugefroren ist!! Das muss man sich mal vorstellen!!
Nach nettem Beisammensein am Strand brachen wir auf, als es dann doch kuehl wurde. Tom und ich drehten noch eine Runde durch die Stadt und waren gerade mit einem Moskauer Biker beim Pizza essen. Wobei die garnicht so gut war, wie von dem Pizzaofen eigentlich zu erwarten waere. Aber es kommt eben bekanntlich nicht nur auf den Ofen an. Ich freu mich wieder auf eine Pizza im Pfullinger Da Maria oder im Undinger Sportheim!
Waehrend dem Nachmittag am Strand hat dann auch Tom eingesehen, dass Japan fuer uns sterben muss, da diese Kosten voellig unverhaeltnismaessig fuer eine Woche gewesen waere.
Ein paar Tage in Vladivostok mit dem Strand am japanischen Meer sind wohl ein kroenender Abschluss fuer unsere Tour bevor es wieder richtung Westen und der Heimat naeher geht.
Wir haben hier nun erstmal alle Haende voll zu tun, die Verladung unserer geschundenen Mopeds auf die Transsibirische Eisenbahn nach Moskau zu organisieren.

108. Tag, Sa, 23.08.08




Kilometerstand: 21.835 - 22.435
Vladivostok!!!!!!! Wir haben es geschafft!!!

Heute sollte es also soweit sein: wir sind am anderen Ende unseres Kontinents angekommen und sehen das Japanische Meer!
Aber davor hatten wir noch 600 km bei dem bisher kaeltesten Wetter von ca. 15 Grad auf meist geteerter Strasse abzureissen und jeden Moment haben wir damit gerechnet, dass uns doch noch ein Strich durch die Rechnung gemacht wird. Jedes Schotterstueck, die es auch auf dieser viel befahrenen Haupttrasse noch gibt, haben wir die Chance schwinden sehen, die 600 km an diesem Tag zu schaffen. Wir haben nur 2 Tankpausen gemacht und als es nur noch 120 km waren, sogar noch eine Essenspause. Es war eine schoene Fahrt und die Freude wurde immer groesser, je mehr die km schwanden ! Am riesigen Ortsschild mit Seefahrerstatue haben wir natuerlich noch ein paar Ehrenfotos geschossen und bei der Einfahrt durch die Stadt abgewartet, ob uns die Iron Tigers Vladivostok, der 1. Motorrad-club hier in der Stadt, wie angekuendigt sowieso irgendwie aufgabelt. Naja, diesmal ging es jedoch nicht so schnell wie in Khabarowsk. Wir haben am Hafen zuerst einen Schotten mit seinem Gelaendewagen getroffen, der fuer Strassenkinder unterwegs ist und mussten dann noch einen Russen bitten, Dan von den Iron Tigers anzurufen, dessen Telefonnummer wir hatten und von den Lynxes of Amur waren wir hier bereits angemeldet..:-) so muss das laufen. Wir sind inzwischen richtig verwoehnt. Dann lief alles wie geschmiert. Dan sagte mir, in 15 min kommt jemand um uns abzuholen. Tatsaechlich: nach 15 min kommen 2 riesen Huehnen mit einem kleinen Roller angeduest und nehmen uns mit ins Clubheim, das gleichzeitig eine Motorradwerkstatt ist. Wir schlafen oben drin zwischen den gelagerten Motorraedern. Ein herrliches Gefuehl fuer einen Mopedfahrer !! :-) Unser Esstisch ist der Stammtisch der Iron Tigers aus Stahl und dicken Eichenbalken.Internetanschluss haben wir hier sogar auch. Genial! Da wir Samstags ankamen, hatten wir hier unsere Ruhe, was uns auch gut tat. Wir merkten die Anstrengung nun deutlich und so genossen wir den Abend mit einem Geschafft-bier ...
Gleichzeitig tueftelten wir an unserem eigentlichen naechsten Plan, Japan herum und schauten schonmal nach Faehrpreisen usw. die uns jedoch schon etwas den Mut nahmen. Die Russen wissen naemlich auch, dass von hier Leute gern nach Japan reisen.

107.Tag, Fr, 22.08.08








Kilometerstand: 21.665 - 21835
Vladivostok will uns nochmal pruefen!!

Da wir am letzten Abend/Morgen bereits um 02:30 heim gekommen sind, faellt uns das Aufstehen heute nicht so schwer.
Im Clubgelaende ist Totenstille. Vielleicht ist gar niemand da, oder sie verstecken sich...
Uns ist das ganz recht, ich geh kurz zur Tanke, hol ne neue Tel-karte fuers Handy und Milch fuers Fruehstueck, dann setzen wir uns erstmal in den Club-pavillion und nehmen Dasselbe ein.
Wir rufen Alec an, um vielleicht einen Termin mit unserem Kumpel der Wehrmacht auszumachen. Die Sache laeuft wie immer, ich bekomme 5 min spaeter einen Rueckruf, dass wir in 40 min abgeholt werden. Also Mopeds packen und dann laesst sich auch der Praesident blicken.Wir setzen uns noch kurz in den Pavillion und er zeigt Fotos von seiner letzten und groessten Reise durch ganz Russland bis St Petersburg. Dieser Mann fasziniert mich. Er ist durchaus im reiferen Alter, und hat dabei mehr Stil als alle anderen des vereins zusammen. Die Lady, die er faehrt passt natuerlich auch dazu.Eine Honda Valcyrie, ein 1500er 6-zylinder. cooles Teil! Zu unserer Freude faehrt er spontan mit zum Wehrmachtskumpel heim und zur Ausstellung um uns zu begleiten. Dabei sind noch 2 Andere des Vereins, die uns die letzten 2 Tage auch treu begleitet haben. Also los, wie es sich gehoert, im Konvoi. Bei dem Haus angekommen, wird der Hausherr durch ein paar laute Schreie zum Tor gerufen.so geht das also. Der Huehne macht das Tor auf und freut sich riesig. Hallo Kameraden, begruesst er uns. Waehrend wir die fuer unsere Verhaeltnisse irre Ausstellung an Fotos, Gewehren, Uniformen, Flugblaettern und anderen ausschliesslich deutschen Utensilien dieser Zeit betrachten, merken wir, dass diese Ausstellung ueberhaupt nichts mit Faschismus zu tun hat, und er ein herzensguter Mensch und Kumpeltyp ist. Um das Haus herum ist ein grosser Gemuesegarten angelegt und in der Scheune liegen die restlichen Teile fuer den BMW-seitenwagen, die noch in Arbeit sind. Nach ein paar Bildern von mir auf der BMW,die fuer mich besondere Bedeutung haben, da mein Opa auch Krad-fahrer im 2. Weltkrieg war, verabschieden wir uns, bedanken uns und der Konvoi zieht mit uns ab. Wie es sich gehoert, begleiten uns die Clubmitglieder samt Praesident zur Stadtgrenze und zum "Ortsschild" :-) und entlassen uns in die richtige Richtung nach Vladivostok.

Wir 2 heizen los und lassen die Bilder und Gedanken der letzten Tage noch einmal waehrend der Fahrt an uns vorbeigleiten.
Dieses Gleiten reicht genau bis zum 9. Platten, der ne gute Stunde darauf folgt. Und nach dem abgefackelten Zuendschloss soll nun die naechste unfassbare Pruefung auf uns warten.
Die Vorgeschichte: Wir waren ja in Chita und haben im Sinne der Vorbereitungen auf die 2000 km Piste ein neues Flickzeug fuer PKW-schlaeuche mit extra-grossen Flicken und ner frischen Tube Vulkanisiermasse gekauft. Als wir nun also am Strassenrand, diese Schachtel oeffnen, denke ich noch, warum ist denn die Tube so flach??? klar, weil sie geplatzt und ausgelaufen ist. Auf die Tatsache, dass aber in der Schachtel garnichts verschmiert ist, will ich garnicht naeher eingehen. Diese Grund dieser Tatsache wird wohl unbekannt bleiben. So, nun hatten wir 15 grosse Flicken aber keinen Kleber dazu. Ich dreh durch.Das kann einfach nicht wahr sein. Wir wollten doch heute wenigstens 250 km von den 780 nach Vladivostok schaffen, um morgen den Rest zu meistern.
Also hat Tom nochmal seinen ueblichen Aufbauspruch gebracht, der nun wohl endgueltig in meinem Gedaechtnis eingebrannt sein wird: Koennen wir was hier dran aendern? Nein! Also, beruhigen, Problem loesen und gut ist.Gesagt, getan. Wir halten einen LKW an, der wirklich ohne zu ueberlegen, haelt!! Er hat aber keine Vulkanisiermasse und sagt uns, wir sollen diese grossen amerikanischen Roadtrains anhalten, die haben immer welche dabei. Also, verabschieden wir ihn mit einem Spaciba!! (danke!)
Beim ersten Winken haelt der naechste riesen Ami-truck wie selbstverstaendlich und hat auch prompt Vulkanisierzeug dabei. Er schenkt uns eine ganze Flasche von dem guten Zeug fuer die LKWs und will nix dafuer annehmen. Wie schoen ist doch der Osten dieses Landes!!!
Wir flicken also den Schlauch, das koennen wir ja inzwischen, bauen das Rad wieder ein und weiter gehts.
Wir schaffen dann an diesem Tag doch noch 170 km und suchen uns einen Platz auf einer von der Strasse nicht einzusehenden Wiese. Wie sich spaeter rausstellt, brechen hier dann die Mueckenschwaerme ueber uns herein, fuer die Sibirien bekannt ist und wir fluechten uns ins Zelt.

106.Tag, Do, 21.08.08






Khabarovsk

Da ja an meiner Honda nun noch Einiges zu reparieren ist, wir beim Clubpraesidenten eine tolle Werkstatt gesichtet haben und wir uns ja heute Abend Hotel California anhoeren muessen, bleiben wir also den Tag noch in Khabarowsk.
Als wir heute morgen aufgestanden sind, war meine Front bereits von der Verkleidung befreit, hat der Herr Praesident bereits gemacht. Tolle Sache, also haben wir losgelegt. Wir mussten eine Stahlaufhaengung neu machen und konnten dann alles wieder verschweissen. Tja, der Sohn des Praesidenten hat geschweisst und ich hab immer geschaut, dass immer ein Schutz im Cockpit ist,dass da nix kaputt geht.Als ich kurz nicht aufgepasst habe, und da ich ihm eh nicht helfen konnte, solange eine Sicherung ausgetauscht habe, fing das Zuendschluesselloch an zu brennen.Beim Test nachdem wir fertig waren, stellte sich heraus, dass es ziemlich verschmolzen war, und defekt. Toll....
Mir schossen Gedanken ueber Reiseende usw durch den Kopf aber Tom, der Elektroniker konnte mich mal wieder beruhigen und wir haben die Zuendkabel kurzgeschlossen.Nun brauch ich eben keinen Zuendschluessel mehr sondern nur noch einen ein/aus-schalter...funktioniert auch und ist gut versteckt. Also auch dieses Problem geloest und die Honda ist bereit fuer die letzten Kilometer.
Nun sitzen wir mal wieder im Internetcafe, damit Euch Euer Leben daheim nicht zu langweilig wird...:-0
Wir freuen uns auf Hotel California und morgen gehts auf zum Ost-Endspurt.
In Vladiwostok ist geplant, dass wir unsere MOtorraeder auf die Transsibirische Eisenbahn verladen und nach Moskau schicken, bevor wir mit dem Schiff oder Flieger fuer ein paar Abschlusstage nach Japan reisen.
Anfang September machen wir uns selbst dann auf die 7 Tage mit dem Zug nach Moskau um dann die Heimfahrt anzutreten.

105. Tag, Mi, 20.08.08




Kilometerstand: 21.665 - 22.145
Khabarowsk

Wir sind nun also ganz im Osten von Russland und damit auch unseres Kontinents. 100 km nach Osten gehen noch. Und die fahren wir morgen gekoppelt mit 800 nach Sueden.
Sinus, der Vorsitzende des Motorradclubs von Vladiwostok, den Iron Tigers Vladiwostok hat Tom auf die Frage per Email, wie wir die Iron Tigers finden, geantwortet: Ihr braucht uns nicht zu finden, wir finden Euch !!
In Khabarowsk angekommen, haben wir auch genau das erlebt.Wir waren grade mal auf den ersten 500 m in die Stadt und haben an einem Supermarkt gehalten um uns was zu trinken zu holen, da wurden wir bereits von den Lynxes of Amur, Khabarowsk (den Luxen des Amur, das ist der Fluss, der hier im Osten Russlands an Khabarowsk vorbei fliesst.) aufgegabelt und so ging alles seinen Lauf.
Die erzaehlten uns, dass unsere 3 Australier erst vor ein paar Tagen hier waren.Die Reisewelt zeigt uns mal wieder, wie klein sie ist.
Also stellten sie die uebliche Frage an uns: Was wollt Ihr machen?
Wir zaehlten auf: duschen, essen, Internet, und was zum schlafen.
OK, wird gemacht ihre Antwort. Ist das schoen, schon wieder gut aufgenommen zu sein. Wir brauchen hier kein Hotel, wir schlafen im Clubheim beim Clubpraesidenten daheim. Ein alter Motorrad-haudegen mit ca.65. Netter Kerl.
Dann wurde fuer uns ein Kumpel mit Taxi gerufen, der uns zu einem der Jungs heim zum Duschen brachte. Dort sassen wir dann noch etwas, um zu reden bis dann ein weiteres Mitglied mit einer Wehrmachts-BMW von 1942 aufkreuzte nachdem er gehoert hatte, dass Deutsche in der Stadt sind. Ein echt irrer aber sehr freundlicher Typ, der totale Fan der deutschen Wehrmacht mit einer Sammlung daheim und taeuschend echten Fotos von sich und seinen Kumpels mit deutschen Weltkriegsuniformen. Die BMW ist perfekt restauriert in Tarnfarbe und wir sind begeistert. Duerfen sogar mitfahren! Ein tolles Gefuehl auf Geschichte zu fahren, aber holprich. So, nun ging es weiter, wir Alle fuhren mit den Motorraedern durch die Stadt, erstmal zum essen und dann weiter in den Stadtpark, wo eine Band spielte und der Club immer zum prominieren hin faehrt.
Die Band war atemberaubend gut und wir lauschten voller Genuss den westlichen Rockballaden der Scorpions und Anderer.
Die Band wollte einpacken und ich habe mir dann noch Hotel California von den Eagles gewuenscht.Der Veranstalter liess eine Zugabe nicht zu und so wurden wir auf heute vertroestet, wo sie dann extra fuer uns dieses Lied spielen.
Zum heimgehen hatten wir noch keine Lust und durch Zufall kamen wir mit dem Keyboarder ins Gespraech, dessen Mutter aus Deutschland stammt und er deshalb wirklich gut deutsch sprach. Er lud uns ein ins gegenueberliegende Festzelt um noch ein paar Lieder zu singen. Dort ar bereits eine lustige Truppe von russischen Vollblutmusikern am musizieren. Die Gitarre wurde wie die Wodkaflaschen im Kreis herumgereicht und wir durften den tiefen musikalischen Geist Russlands kennenlernen. Ein echter Genuss.Auch der Keyboarder war ein begnadeter Gittarist und so spielte er fuer uns auch da eine oder andere deutsche Lied, das er noch von seiner Mutter kannte. Der Gittarist der Band hat uns dann nach Hause gefahren und so ging gegen 03:30 Uhr ein herrlicher Abend zu Ende.

100. !!! - 104.Tag, Fr.15.08.08 - Di, 19.08.08






Kilometerstand: 19.895 - 21.665
Die sibirische Staubhoelle

Nach Chita wurden wir erst noch 200 km verschont und die Teerstrasse endete noch nicht aber dann gings los, die Strasse wurde holpriger, dann loechrig und dann war nur noch Schotter und Staub. Alles was wir in diesen Tagen sahen, waren die Staubwolken des Vordermannes.Wir sahen aus...weiss vom Staub, das Visier mussten wir oft zwischendurch putzen, da wir nichts mehr sahen.
Dazu kam, dass die dauernden Vibrationen, Schlaege und Loecher unsere Kisten so durchschuettelten, dass man bei jedem Kilometer Angst haben musste, dass wir nur noch die Lenker heim bringen. Wobei das bei meiner Honda zwischendurch auch so aussah. Bei Tempo 90 in einer der Spurrillen im Tiefschotter hoerte ich einen Schlag und stellte fest, dass mir meine in Kirgistan erneut befestigte Kennzeichenhalterung um die Ohren geflogen war mitsamt Ruecklicht. Das Kennzeichen selbst war auch nicht mehr zu finden und muss ich wohl schon frueher verabschiedet haben. Naja, dann war wenigstens mein Heck etwas leichter, wer braucht hier schon ein Ruecklicht oder Kennzeichen...:-) Bei der Gelegenheit wurde auch gleich eine Sicherung durchgeblasen, sodass die Blinker auch nicht mehr blinkten....Beim Zusammenflicken des uebrig gebliebenen Rests des Heckbaus stellte ich dann gleich fest, dass die Aufhaengung von meinem Vorbau mit Lampenmaske auch gebrochen war und alles nur noch an der Verkleidung hing. Na toll, meine Honda loest sich unter meinem Hintern auf.
Naja, solang ich noch den Lenker, 2 Raeder und den Motor hab, ist ja alles ok..:-)
Wir fuhren also ab dem Tag wieder langsamer und materialschonender.
Unsere Abende waren immer sehr schoen, da wir nun in Sibirien endlich Holz fuer Lagerfeuer haben und die Temperaturen abends passen auch ganz gut dazu. Sibirien eben.Am Tag hat es hier jedoch auch um die 30 Grad. Wir haben nun seit ueber 3 Monaten bis auf ein paar Ausnahmen nur Sonne und sind bereits so verwoehnt, dass wir schon garnicht mehr an Regen denken, bis wir mal ne Wolke sehen.
Aus Vladivostok kommt uns auf den Staubstrassen taeglich eine Armada an Neuwagen entgegen, die von Fahrern einzeln oder im Doppelpack nach Westrussland zu den Kaeufern gefahren werden. Alles Neuwagen aus Japan, Korea und China. Da sollte der deutsche Markt mal ganz schnell einsteigen. Die Russen haben nun Geld, das ausgegeben werden will und riesigen Nachholbedarf an Produkten, die das Leben angenehmer machen.
Autotransporter gibt es hier anscheinend nicht genug (Spediteure, Aufgewacht, hier winken Gross-Auftraege !!) und so werden die Neuwagen, die nach den 2000 km auf der Strasse gerade noch als Gebrauchtwagen durchgehen einzeln gefahren. Um noch etwas Transportkosten zu sparen, werden die PKWs zum Teil mit einer Art Deichsel zusammen gehaengt und so zieht jeder Zweite noch einen hinter sich her. Unfassbar.der Unterschied zum Reisen in der Mongolei ist, dass wir uns hier mit frischen Zutaten fuer die abendlichen Essen eindecken koennen und die so immer ein Grund sind, um sich auf den Abend zu freuen.
Am 103. Tag hatten wir es dann endlich geschafft, der erste Teer war zu sehen, der jedoch immer wieder trotzdem von Schotterstuecken unterbrochen wurde.War das wieder ein entspanntes Fahren.
Nun sind wir in Chabarowsk 100 km vor der Ostkueste angekommen. Von hier aus sind es noch 800 km richtung Sueden bis Vladivostok und ans Japanische Meer. Wir haben es fast geschafft.