Herzlich Willkommen in meinem Reisetagebuch

Schön, daß Du Dich für meine Reisen interessierst!
Lass Dich in meine derzeitige Welt entführen !
Ich bin überall zwischen Undingen, Reutlingen und Vladiwostok zuhause. Geniesse die Freiheit mit mir und erlebe ein bißchen Abenteuer mit!

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3. Tag Sa, 10.05.08

Kilometerstand: 782 - 1.110

Wir starteten gegen 11:00 nach einem Fruehstueck auf dem Motorrad in der Sonne mit frischem Brot, Kraeuterquark, gekochten Eiern und natuerlich , na was? Nutella und Milch dazu bzw. fuer Paul, wie es sich fuer einen Englaender gehoert: Tee, Schwarztee versteht sich...igitttt, aber jedem das Seine.
Paul ist allgemein Mr. Bean ziemlich aehnlich, rein vom sprechen her usw. man sollte nicht glauben, wie gut Mr. Bean einen Englaender beschreibt, ohne das natuerlich verallgemeinern zu wollen. :-)
Wir fuhren durch die ersten tschechischen Berge , nahmen einen kleinen Mittagssnack an einem LIDL (ja, die gibt es auch schon dort) ein und wunderten uns immer wieder, mit wieviel Spass sich 350 kg schwere Maschinen durch die Kurven pruegeln lassen.
Die Honda laeuft wirklich genial und das Gewicht ist gut ausbalanciert.
Der V2 hoert sich auch gut an beim aus den Kurven beschleunigen. So muss Motorrad fahren sein.
Die Tschechen sind sehr freundliche Leute muessen wir immer wieder feststellen und so winken wir allen moeglichen Leuten zu, die ohne Ausnahme freundlich zurueck winken.
Zur Uebernachtung haben wir in einem Gebirkspass in Nord-CZ eine Ski-pension gefunden, in deren Garten wir zelten durften.
Zum Abendessen gab es frisch ueber Holz gegrillte Haehnchenschlegel mit Pommes. Danach noch 1-2 Bier und weil wir mit ein paar tschechischen Wanderern ins Gespraech gekommen waren noch 2 Slibovic hinterher. Die naechsten Runden lehnten wir dankend ab und begaben uns in unsere Stoffgemaecher.

2. Tag Fr, 09.05.08

Kilometerstand: 411 - 782
CZ-grenze -> CZ-Kutna Hora

Wir packten also die Stahlpferde und ritten zur ersten richtigen Etappe los durch endlose gelbe Weiten (Rapsfelder soweit das Auge reicht) und konnten den Tag wirklich geniessen. (Auch Paul sagte, das war der erste Tag, an dem er sich wirklich entspannen konnte) Wir fuhren ueber kleinere kurvige Strassen frei Schnauze nur nach Himmelsrichtungs-GPS in richtung CZ-Kutna-Hora.Dort kamen wir dann gegen 15:00 an und besichtigten zuerst die sogenannte Beinkirche, eine Kapelle in der alle moeglichen Knochen von 40.000 Menschen aus dem Mittelalter zu wirklich atemberaubenden Bildnissen, Kronleuchtern, Tuermen und Kraehlen zusammen gefuegt waren.
Beim Ankommen an unseren Motorraedern trafen wir 2 Englaender, die uns wie Helden begruessten, als wir auf Nachfrage von unserem Vorhaben erzaehlten.
Sie waren selbst Motorrad-fahrer, haben allerdings nie mehr als 1500 km am Stueck geschafft, was ja auch nicht gerade wenig ist, wenn man es so betrachtet.
In der gleichen Stadt haben wir dann einen schnuggligen Campingplatz gefunden und nachdem die Zelte (jeder eins fuer sich und den ganzen Krempel) standen, zogen wir zu Fuss los, um etwas zu essen.
Es gab mexikanische Burritos mit Salat (eine riesen Portion fuer 5 Euro, es lebe Tschechien!!) und 2 Whisky-Cola dazu. Dann zum ersten Mal im Zelt schlafen.

erhoffte Bilder?

Ihr habt Euch sicher bereits alle die ersten Bilder erhofft, leider kann ich damit erst (hoffentlich) morgen dienen, da noch andere Leute ans Internet wollen und das hier alles so lange dauert.
also geduldet Euch bitte noch etwas.
die naechsten Berichte folgen gleich.

1. Tag Do, 08.05.08

Kilometerstand: 0 - 411
Der Start Heilbronn -> kurz nach der CZ-grenze

Nach einem Jahr Vorbereitung sollte es also jetzt endlich losgehen. Oh Gott, soll ich wirklich losfahren, Hilfe, was tu ich hier eigentlich?? usw waren meine Gedanken. Ich fuehlte mich, wie die Heeresfuehrer in den grossen Kriegsfilmen vor der grossen Schlacht (So soll es also nun beginnen...)
Meine Honda hatte ich bereits am letzten Tag bzw. in der Nacht bis 02:30 Uhr gepackt, da natuerlich trotz Probepacken doch nicht alles so aufgeht, wie man sich das gedacht hat.
Mit Paul, meinem Partner hatte ich ausgemacht, dass wir uns gegen 11:00 an der Raststaette Hohenlohe an der A6 oestlich von Heilbronn treffen, da er von GB ueber Belgien und Kaiserslautern kommt und wir ueber Nuernberg weiter nach Tschechien fahren wollten. Er wollte zuerst in Belgien sein Tadschikisches Visum noch beantragen und abholen, da es in GB keine Botschaft von Tadschikistan gibt.
Dann wollte er sich in Eupen mit Mick & Colleen aus Australien treffen, die auch mit uns fahren wollten.
Also fuhr ich los. Die Honda wiegt leer ca. 230 kg, ist also von natur aus schon schwer aber sie muss ja auch stabil sein, sie ist ja schliesslich eine Reise-enduro und muss einiges aushalten.
Dazu habe ich insgesamt mit Tankrucksack + Seitentaschen, Alukoffern Zelt und wasserdichten Kleidersaecken ca. noch 100-120 kg oder mehr dabei.
Der gesamte Panzer wiegt also dann etwa 350 kg, was man beim fahren auch merkt. Vor Heilbronn hatte ich zur Einstimmung gleich einmal einen dicken Stau in der prallen Sonne, gegen den ich auch mit dem Motorrad nicht sehr viel ausrichten konnte. Gegen 11:30 traf ich dann aber Paul und alles schien gut.
Mick & Colleen hat er jedoch bereits im Moseltal zurueck gelassenm, da sie sehr viel langsamer als er unterwegs waren und das Ganze wohl nicht zusammen gepasst haette.
Gut, von mir aus..waren wir also nur noch zu zweit.
Kleines erstes Erinnerungsfoto zum ersten Mal zu Zweit und dann los richtung tschechische Grenze. Das hat alles wunderbar geklappt, wir haben einen aehnlichen Fahrstil von der Geschwindigkeit her und damit war dieses Problem bereits geloest.Bei Nuernberg haben wir dann zu einem kleinen Vesper gehalten und uns das erste Mal von Aaahngesicht zu Aaahngesicht unterhalten.Nebenher haben wir Beide zum ersten Mal umgepackt, was nicht das letzte Mal gewesen sein sollte.
Dann weiter durch das Frankenland und auf die CZ-grenze zu. Das ist ein wunderschoenes Stueck Deutschland, nur ziemlich menschenleer.
In Tschechien angekommen faehrt man durch den alten Zollhof (was einem immer ein historisches Gefuehl gibt, finde ich) und faehrt dann auf alten Strassen vorbei an den ganzen Billigpuffs und Stripbars, die einem ueberall auf Leuchttafeln angepriessen werden auf der Truckerstrasse ins Landesinnere. Wobei wir fuer diesen Tag bereits die Schnauze voll hatten, da wir Beide wenig geschlafen hatten und erstmal froh waren, ueberhaupt unterwegs zu sein und sogar schon in einem ersten Ostland. Also hielten wir an einem natuerlich guenstigen (sogar fuer tschechische Verhaeltnisse) Hotel an, das recht gemuetlich aussah und einen Hinterhof hatte fuer die Mopeds.
Zu essen gab's Schnitzel in Kartoffelpuffer gebacken und dazu einen Salat.
Meine Decke war wie immer in den Hotels zu klein und somit schlief ich relativ schlecht, aber auch daran gewoehnt man sich sicher.
Ich hatte ziemliches Heimweh, da ich mich in der grossen weiten Welt noch nicht so wohl fuehlte, wie gewuenscht.Meine Tatjana hat mir per SMS etwas ueber dieses Problem hinweg geholfen.

Erste Meldung

Hallo Leute,
Hier bin ich mit meiner ersten Meldung von unterwegs!!
Ich bin jetzt in Budapest, Ungarn auf einem Bikercamping mitten in der Stadt!
Das ist echt ne coole Sache.
Ein aelteres Biker-ehepaar hat einfach ihren grossen Garten hinterm Haus mit 3 Duschen, einem WC, Waschmaschine, 2 Kuehlschraenken und ein paar ueberdachten Biertischen frisiert und schon haben wir einen Bikercamping-platz. Hier kommen Leute von ueberall auf der Welt her, wie es das Gaestebuch beschreibt. Diese Internetseite ueber den Camping ist auf jede Motorrad-reiseseite verlinkt, sodass sie jeder Motorrad-reisende finden muss.
Ich bin also jetzt hier mit 2 Australiern (mehr dazu im folgenden Reisebericht) und einem verrueckten Kanadier, der seit 2,5 Jahren mit dem Fahrrad unterwegs ist.
Meine Klamotten sind grade in der Waschmaschine (Luxus!!!) und ich bin auch mal wieder frisch geduscht nach 3-taegiger Dusch-abstinenz.
Wie ich hierher kam, lest Ihr bitte im nachfolgendenden Reisebericht:

Der Papierkram

Bevor man also solch eine etwas groessere Reise plant, ( Mann, die Tastatur ist ja voellig verdreht hier in Ungarn..) hat man 2 Moeglichkeiten: Entweder man besorgt sich alle Papier vor der Reise, dann hat man waehrend der Reise nicht mehr soviel Theater mit Behoerden oder man besorgt nur das Wichtigste, um starten zu koennen und erledigt die Visageschichten jeweils im Land vor dem Naechsten zum Bereisen auserkorenen. Diese Methode erfordert jedoch sehr viel Zeit waehrend der Reise.
Jedenfalls habe ich die Erste Methode gewaehlt und wollte die Reise dann so richtig geniessen mit wenig Behoerdenwarterei.
Fuer sich selbst braucht man zuerst einen Reisepass, der mindestens noch 6 Monate ueber das Rueckkehr-datum hinaus gueltig ist. (Fuer die Meisten Laender ist das so) Ich habe derer 2, damit die Visa-beantragung schneller vonstatten ging.
Wenn das erledigt ist, kann man unter Einreichung des Originalpasses, eines Visaantrages (manchmal auch in doppelter Ausfuehrung) (den man sich heutzutage des Internet-gottes sei dank, in demselben herunterladen kann), 1-2 Passbildern und einem frankierten Rueckumschlag (ganz wichtig, sonst bekommt man nichts zurueck und auch keine Antwort)
Das Ganze schickt man dann jeweils per Uebergabe-einschreiben (3,50 Euro) an die Konsulatsabteilung der jeweiligen Botschaft und nach 2 - 6 Wochen bekommt man seinen Pass
mit eingeklebtem Visum zurueck: Ach ja, man sollte vorher genau wissen, wann man gedenkt, in dem jeweiligen Land zu sein, denn das Visum wird im Normalfall fuer 1 Monat unter Angabe des genauen Einreise & Ausreisedatums beantragt.
Wenn dieser Plan dann nicht aufgeht, hat man Pech gehabt oder man muss eben nach diesem Plan reisen.
In meinem Fall waren das 6 Visa, die zu beantragen waren. (Ukraine braucht man nicht mehr, jedoch Russland, Kasachstan Kirgisien, Tadschikistan, Usbekistan und die Mongolei)
Wenn man nur ein Visum fuer 1 Monat benoetigt, ist das einfach nach dem oberen Schema zu beantragen, also kein Problem, wenn man weiss, auf was es ankommt.
Braucht man jedoch ein Visum fuer laengere Zeit oder mit mehrmaliger Einreise, wird es schon etwas interessanter. Dann braucht man eine Einladung von einer Firman dort im Land, die diese Einladung von der dortigen Regierung abstempeln laesst. In meinem Fall brauchte ich dies fuer Russland, da ich waehrend meinem Trip zwangslaeufig immer wieder nach Russland komme. Also muss man ein Reiseunternehmen finden, das einem solch eine Einladung ausstellen laesst. (www.vostok-reisen.de) ist da ein guter Tip. Die Preise fuer die Einladung variieren zwischen 110 $ und 340 Euro. Jedes Visum kostet dann auch noch zwischen 30 & 80 Euro.
Man bekommt also dann eine Einladung zugeschickt, von irgendeiner unbekannten Firma in Russland (in meinem Fall kam die Einladung per DHL aus Kansas-USA, das versteh wer will :-) die verarschen sich doch selbst..)
und kann dann damit das Visum beanrragen.
Dies hat in fast allen 6 Faellen reibungslos geklappt, nur fuer die Mongolei konnte ich leider noch kein Visum erhalten, da dies von der Beantragung bis zur Ausreise aus der Mongolei nur 3 Monate gueltig ist und das haette uns nicht gereicht. Also werden wir dies in KAZ-Almaty beantragen und so lange warten, bis wir es bekommen. (ich hoffe auf hoechtens 3 Tage)
Dann geht es weiter mit den Papieren fuer's Motorrad in meinem Fall:
Man braucht 1 internationalen Fahrzeugschein und 1 internationalen Fuehrerschein
Dann kann es losgehen !

Unsere Reiseroute

Unsere geplante Reiseroute sieht folgendermaßen aus: Ob das alles so ablaufen wird, wird sich dann noch zeigen.
Wir werden also zu Viert starten, über Nürnberg, Grenzübergang Waidhaus nach Tschechien fahren und weiter über Ungarn am Balaton vorbei nach Rumänien. In Rumänien werden wir die Karpaten überqueren und durch Transilvanien am Schloss des Grafen Dracula vorbei bis ans schwarze Meer nach Constanta fahren.
Dort werden wir sicher 1-2 Tage verbringen und dann über Odessa weiter auf die Insel Krim. Die werden wir einmal rundherum abfahren um dann zum ersten Mal die russische Grenze passieren.
Dieses kurze Stück Russland wird wohl in 2 Tagen durchquert sein und wir reisen nach Kasachstan ein.
In Kasachstan werden wir uns von Mick und Colleen trennen, die dann nach Sibirien und Kamtschatka weiterfahren.
Paul und ich fahren weiter über Kirgisien, Tadschikistan über den Pamir-Highway durch's Pamir-gebirge.
Das Pamir ist ein Ausläufergebirge vom Himalaja. Die Gipfel liegen zwischen 3500m und 7000 m Höhe. Der Pamir-Highway verläuft über 3 Pässe, die auf 4500m Höhe liegen. Dieses Land wird sicher die Schlüsselstelle auf der Reise werden. Auch von der Belastung für's Material her. Dieser sogenannte Pamir-Highway ist eine holprige Schotterstrasse, auf der durchaus auch mit Schnee gerechnet werden kann.
Die Motorräder werden auf dieser Höhe höchtens noch die Hälfte der Motorleistung haben, durch den Sauerstoffmangel in der Luft. Wie es uns selbst in der Höhe geht, wird sich dann weisen. Wir versuchen jedenfalls, uns durch längere Zwischenstopps langsam an die Höhe zu gewöhnen...Die Bilder des Höhenmessers und unserer Gesichter werden den Rest erzählen..
Wenn wir dann aus dem Gebirge wieder abfahren, werden wir an der afghanischen Nord-grenze entlang fahren, die uns jedoch durch einen Grenzfluss und Stacheldrahtzaun von diesem Land fern hält, was mir auch aus verständlichen Gründen ganz recht ist. Auf dieser Strasse befinden wir uns dann schon auf der ehemaligen Seidenstrasse. Wir überqueren die Usbekische Grenze und fahren weiter nach Samarkand und Bucchara.
In Buchhara werden Paul und ich uns dann trennen. Paul wird über Turkmenistan und die Türkei nach Hause fahren und ich werde erneut nach Kasachstan einreisen um mich in KAZ-Cimkent dann mit Thomas aus Berlin zu treffen.
Wir Beide müssen uns dann noch in Almaty (früher: Alma Ata) ein Visum für die Mongolei besorgen und fahren dann weiter über ein kurzes Stück Russland in die Mongolei. Dort warten 2000 km Piste auf uns, bevor wir dann in Ulaan-Baator, der Hauptstadt der Mongolei eine größere Pause machen, um viele Reisende zu treffen, die sich im Hostel Oasis treffen, das von zwei Deutschen bewirtet wird.
Von Ulaan Baator fahren wir erneut über die russische Grenze und an der chinesischen Grenze entlang bis Vladivostok.
Falls uns der Reisegott wohlgesonnen ist und wir früh genug, das heißt Anfang August in Vladivostok ankommen, werden wir einen Abstecher für 1 Woche ohne Motorräder nach Japan machen.
Wieder in Vladivostok angekommen, besorgen wir uns Tickets für die Transsibirische Eisenbahn, verladen unsere Motorräder und fahren 7 Tage und Nächte nach Moskau.
Von Moskau machen wir uns auf den Heimweg über St. Petersburg, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Über Berlin werden wir nach Deutschland einreisen und richtung Heimat einrollen.